Grand Teton National Park

Der Grand Teton ist ein Park für Enthusiasten! Nicht wie in anderen NP heißt es hier mal kurz aus dem Auto aussteigen, zu den Sights schlappen und weiter, nein in diesem Park wollen die wahren Schönheiten erwandert werden, denn meist verbergen sie sich abseits der kurzen Trails! Mehr als 320 km laden zum Wandern ein. Meist geht es dabei hinauf in die Berge mit spektakulären Ausblicken hinunter auf die Seen des Jackson Hole. Dabei kann es schon einmal vorkommen, daß ein Elch oder ein Bär den Weg versperrt!

Charakterisiert wird die Grand Teton Range durch die Emporhebung und Kippung einer Erdplatte und dem Absenken (Darunterschieben) einer Zweiten. So entstanden die steil und hoch aufragenden Felsen, Teile der abgesenkten Platte liefen nach Gletschereinwirkung voll Wasser und bilden heute die bezaubernden Seen.
Fauna und Flora entsprechen der des sich nördlich anschließenden Yellowstone National Parkes, jedoch wird, wenn überhaupt, der Park meist nur auf dem Rockefeller Parkway durchquert und ist daher nicht ganz so stark frequentiert wie der Yellowstone. Für alle Wanderfreunde ist er jedoch ein "muß"!

Die Wanderung   Christian Wuellner

Was kann man bei einem Kurzbesuch von zwei bis drei Tagen im Grand Teton Nationalpark wohl veranstalten? Eigentlich eine rein retorische Frage, die sich spätestens erübrigt, ist man erst einmal dort, vorausgesetzt man steht dem Wandern nicht gänzlich widerwillig gegenüber. Und das wäre nun wirklich schade! Für all jene, bei denen der Anblick nackter steiler Felsen den “Wanderzwang” auslöst, habe ich die Eindrücke und Erlebnisse einer Tageswanderung im Grand Teton Nationalpark aufgeschrieben. Man stelle sich nun bitte einmal vor, es ist Mitte September, wir befinden uns “im Tal” des Hochgebirges auf etwas über 2000 m und das Wetter ist uns für die Jahreszeit wohl gesonnen. Die Tage sind also nicht mehr besonders lang und das im Besonderen, wenn man von hohen Bergen so um die

dreieinhalb- bis viertausend Meter umgeben ist. Auch wenn die Sonne ihr Bestes gibt, wird es nicht mehr wirklich sommerlich, aber es ist zum Wandern eben optimal. Die Jahreszeit hat auch noch einen entscheidenden Vorteil: Der Park ist wenig überlaufen, was möglicherweise auch daran liegt, daß die Campingplätze nicht mehr bis zu ihrer maximalen Kapazität bewirtschaftet werden. Auch sonst machte der Park in der Nachsaison einen recht ruhigen, gemütlichen und beschaulichen Eindruck. Im Gegensatz dazu der wenige Kilometer nördlich gelegene Yellowstone Nationalpark, in dem zu dieser Zeit immer noch Menschenmassen unterwegs sind. Nicht auszudenken, wie es dort in der Hauptsaison sein mag. Trotzdem muß ich an dieser Stelle betonen, daß die Vielfalt und Schönheit des Yellowstone für mich den Höhepunkt unserer gesamten Urlaubsreise bedeuteten. So, nun will ich aber nicht abschweifen und mit der Wanderung im Grand Teton beginnen.

Als Ziel unserer Wanderung hatten wir uns den Lake Solitude ausgesucht. Der See liegt im Teton Range auf 2750 m über dem Meer in nordwestlicher Richtung vom Ausgangspunkt, dem Jenny Lake Besucherzentrum. Dieses liegt auf ca. 2070 m direkt am See. Die “technischen Daten” der Wanderung verraten also eine zu überwindende Höhendifferenz von annähernd 700 m auf einer Strecke von 14,8 km (einfach), die von der offiziellen Tagestourenbeschreibung der Nationalparkverwaltung als schwierig eingestuft wird. Für die Tour mit Rückkehr zum Ausgangspunkt sind in dieser hilfreichen Kurzbeschreibung 10 Stunden veranschlagt. Gleich am Anfang der Wanderung kann man sich in der Hauptsaison noch für eine kostenpflichtige Abkürzung via Shuttle-Boot entscheiden, die ca. 3,2 km (einfach) vom Weg einspart.